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Warum der Bonusroll in Saison 2 oft die beste Vault-Belohnung ist

Mit Saison 2 ist der Bonusroll aus der Großen Schatzkammer deutlich wertvoller geworden. Durch den schrumpfenden Lootpool kann der Nebulöse Leerenkern langfristig oft sinnvoller sein als ein direktes Vault-Item.

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Mit Saison 2 von World of Warcraft: Midnight hat sich die Bedeutung der Großen Schatzkammer deutlich verändert. Der Grund dafür ist der Nebulöse Leerenkern, besser bekannt als Bonusroll.

Da ein Bonuswurf im Raid nur noch einen Leerenkern kostet, kann praktisch jede Woche ein neuer gezielter Lootversuch aus der Vault finanziert werden. Gleichzeitig sorgt die eingebaute Duplikatabsicherung dafür, dass bereits per Bonusroll erhaltene Gegenstände beim nächsten Versuch aus dem jeweiligen Lootpool verschwinden.

Dadurch ist der Leerenkern langfristig häufig wertvoller als ein direktes Upgrade aus der Großen Schatzkammer.

Warum Bonusrolls langfristig immer stärker werden

Das Entscheidende am Bonusroll ist nicht nur der zusätzliche Gegenstand.

Ein Item, das über einen Bonusroll erhalten wurde, wird aus dem Bonusroll-Pool dieser Quelle entfernt. Beim nächsten Versuch kann es dort also nicht erneut erscheinen.

Normale Bossdrops, Dungeonloot oder Gegenstände aus der Großen Schatzkammer reduzieren diesen Pool dagegen nicht.

Damit wird aus Zufall nach und nach ein planbares System: Jeder Bonusroll liefert entweder direkt einen gewünschten Gegenstand oder entfernt zumindest einen anderen Gegenstand aus dem Weg.

Ein einfaches Beispiel mit 3 Items

Angenommen, ein Raidboss besitzt für eure Spezialisierung drei mögliche Bonusroll-Gegenstände:

  • Item A
  • Item B
  • Item C - euer wichtigstes Ziel

Beim ersten Bonusroll beträgt die Chance auf Item C 33,3 %.

Erhaltet ihr stattdessen Item A, verschwindet dieses aus dem Pool. Beim nächsten Versuch bleiben nur noch zwei Gegenstände übrig und die Chance auf Item C steigt auf 50 %.

Falls auch dieser Versuch daneben geht, bleibt anschließend nur noch Item C übrig.

Versuch Verbleibende Items Chance auf Item C
1. 3 33,3 %
2. 2 50 %
3. 1 100 %

Spätestens mit dem dritten Bonusroll ist das gesuchte Item damit sicher. Im Durchschnitt wird es bereits nach 2 Bonusrolls erreicht.

Liegt dagegen Item A oder sogar Item C in der Großen Schatzkammer und ihr nehmt es dort heraus, bleibt der Bonusroll-Pool trotzdem unverändert bei drei möglichen Gegenständen.

Das ist besonders wichtig, wenn ihr neben Item C beispielsweise auch Item B noch benötigt: Das Vault-Item gibt euch zwar sofort einen benötigten Gegenstand, bringt euch bei der weiteren Jagd auf den zweiten aber keinen Schritt im Knockout-System voran.

Bei größeren Lootpools wird Planung noch wichtiger

Dasselbe Prinzip gilt bei einem Dungeon mit beispielsweise sechs möglichen Gegenständen.

Bonusroll Verbleibende Items Chance auf ein bestimmtes Item
1. 6 16,7 %
2. 5 20 %
3. 4 25 %
4. 3 33,3 %
5. 2 50 %
6. 1 100 %

Ein bestimmtes Item erscheint bei sechs möglichen Gegenständen durchschnittlich nach 3,5 Bonusrolls und spätestens mit dem sechsten.

Auch ein vermeintlicher Fehlwurf ist deshalb langfristig nützlich: Ein weiterer Gegenstand verschwindet dauerhaft aus dem Pool.

Wann sollte man trotzdem ein Item aus der Vault nehmen?

Die wichtigste Ausnahme entsteht, wenn ein Vault-Item eine Lootquelle für euch praktisch vollständig erledigt.

Angenommen, aus einem Dungeon benötigt ihr nur noch genau ein Schmuckstück. Dieses Schmuckstück liegt nun in der Großen Schatzkammer.

Dann spricht sehr viel dafür, das Item direkt zu nehmen. Der Dungeon kann anschließend komplett von der Bonusroll-Planung gestrichen werden und zukünftige Leerenkerne können an anderer Stelle eingesetzt werden.

Anders sieht es aus, wenn aus demselben Dungeon beispielsweise noch eine Waffe, ein Ring und das Schmuckstück benötigt werden.

Selbst wenn das Schmuckstück in der Vault liegt, kann der Bonusroll langfristig die bessere Entscheidung sein. Jeder Roll gibt euch eines dieser Items oder entfernt zumindest einen anderen Gegenstand aus dem Pool und verbessert damit die kommenden Versuche.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Liegt mein Wunschitem in der Vault?“

Die bessere Frage lautet: „Kann ich diese Lootquelle mit dem Vault-Item anschließend abhaken?“

Bonusrolls können zusätzlich höherwertigen Loot liefern

Besonders stark wird das System im Raid.

Die Gegenstandsstufe eines Bonusrolls orientiert sich an der entsprechenden Belohnung aus der Großen Schatzkammer. Ein Bonusroll bei einem heroischen Raidboss kann deshalb bereits ein Item auf Mythos 1/6 liefern.

Das macht starke Waffen, Schmuckstücke oder besondere Gegenstände aus dem heroischen Raid zu interessanten Bonusroll-Zielen, selbst wenn der entsprechende Boss auf Mythisch noch nicht erreichbar ist.

Auch bei Mythisch+ kann ab Schlüsselsteinstufe +10 entsprechend Loot auf Mythos 1/6 erhalten werden.

Wo sollte man seine Bonusrolls einsetzen?

Natürlich wären für viele Klassen die letzten Raidbosse besonders attraktiv. Dort liegen häufig starke Waffen, Schmuckstücke oder andere besondere Gegenstände.

Trotzdem lohnt es sich nicht zwangsläufig, Leerenkerne wochenlang für einen Boss aufzuheben, den man aktuell noch gar nicht besiegen kann.

Interessanter ist die beste aktuell erreichbare Quelle.

Ein Boss mit drei möglichen Items, von denen zwei starke Upgrades sind, kann beispielsweise deutlich attraktiver sein als ein Dungeon mit sechs möglichen Gegenständen und nur einem interessanten Ziel.

Mit jedem eingesetzten Bonusroll verändert sich diese Rechnung außerdem weiter, weil bereits erhaltene Gegenstände aus dem Pool verschwinden.

Die wichtigste Faustregel für die Große Schatzkammer

Für die langfristige Planung lässt sich die Entscheidung relativ einfach zusammenfassen:

  • Benötigt ihr aus einer Quelle noch mehrere Items? Dann ist der Bonusroll häufig die bessere langfristige Wahl.
  • Wurde der Lootpool dort durch frühere Bonusrolls bereits verkleinert? Dann werden weitere Rolls immer attraktiver.
  • Erledigt ein Vault-Item die komplette Quelle für euch? Dann sollte das Item in der Regel genommen werden.
  • Ist ein Vault-Item für den aktuellen Progress außergewöhnlich wichtig? Dann kann der sofortige Gewinn natürlich wichtiger sein als langfristige Effizienz.
  • Gibt es eine erreichbare Quelle mit kleinem Lootpool und mehreren starken Items? Diese ist ein besonders gutes Bonusroll-Ziel.

Der entscheidende Unterschied ist damit simpel:

Ein Vault-Item löst ein aktuelles Problem. Ein Bonusroll kann gleichzeitig ein Item liefern und den Weg zu allen weiteren Items dieser Quelle verkürzen.

Wer seine Ausrüstung über mehrere Wochen plant, sollte den Nebulösen Leerenkern deshalb nicht als Trostpreis der Großen Schatzkammer betrachten. Solange aus den relevanten Raidbossen und Dungeons noch mehrere Gegenstände benötigt werden, ist er häufig die strategisch stärkste Auswahl.

Wie lange dauert es bis zur kompletten Mythos-BiS-Liste?

Wie stark die Bonusroll-Strategie langfristig sein kann, zeigt sich besonders gut, wenn man sie einmal auf eine komplette BiS-Liste hochrechnet.

Gehen wir von 16 benötigten BiS-Items auf dem Mythos-Aufwertungspfad aus. Für viele Klassen stammen davon etwa 12 bis 14 Items aus dem Raid und nur 2 bis 4 aus Mythisch+. Gleichzeitig nehmen wir einen durchschnittlichen Lootpool von 4 Items pro Raidboss und 8,3 Items pro Dungeon an.

Durch die Knockout-Absicherung schrumpft der jeweilige Lootpool mit jedem Bonusroll. Dadurch benötigt man für ein bestimmtes Raiditem im Durchschnitt nicht vier, sondern nur etwa 2,5 Rolls. Bei einem Dungeon mit durchschnittlich 8,3 möglichen Gegenständen liegt der Erwartungswert bei rund 4,65 Rolls für ein einzelnes Zielitem.

Verteilt man die 16 BiS-Items realistisch auf Raid und Dungeons, ergibt sich daraus ungefähr folgendes Bild: Bei 14 Raid- und 2 Dungeonitems liegt man im Schnitt bei etwa 34 Bonusrolls und wäre ungefähr in Woche 21 fertig. Bei 13 Raid- und 3 Dungeonitems sind es rund 38 Rolls, also etwa Woche 23. Bei 12 Raid- und 4 Dungeonitems landet man bei ungefähr 42 Rolls und damit bei Woche 25.

Als grober Mittelwert kann man deshalb sagen:

Im Durchschnitt wäre eine komplette Mythos-BiS-Liste mit konsequenter Bonusroll-Planung ungefähr um Woche 23 erreichbar.

Mit extrem viel Glück kann es deutlich schneller gehen. Wenn praktisch jeder Roll direkt ein noch fehlendes BiS-Item trifft, wäre das Ziel theoretisch bereits um Woche 12 möglich.

Im anderen Extrem kann auch maximales Pech nicht unbegrenzt anhalten. Durch die Knockout-Absicherung werden bereits herausgerollte Gegenstände aus dem jeweiligen Pool entfernt. Bei einer besonders ungünstigen Verteilung der benötigten Items auf möglichst viele verschiedene Quellen läge die theoretische Obergrenze ungefähr bei Woche 36.

Damit ergibt sich grob eine Spannweite von:

Woche 12 mit extrem viel Glück, etwa Woche 23 im Durchschnitt und ungefähr Woche 36 im absoluten Pechvogel-Szenario.

Diese Rechnung betrachtet bewusst nur die Bonusrolls. Während der Saison können natürlich weiterhin reguläre Raid- und Dungeonitems droppen. Gerade heroische Versionen lassen sich oft deutlich früher erhalten und bereits nutzen, auch wenn für die endgültige BiS-Liste später noch die Mythos-Version benötigt wird.

Der eigentliche Vorteil der Strategie liegt deshalb nicht darin, dass jeder Charakter exakt in Woche 23 fertig ist, sondern darin, dass die Jagd nach den letzten Mythos-BiS-Items durch die Knockout-Absicherung zunehmend planbar wird und selbst dauerhaftes Pech irgendwann ein mathematisches Ende hat.