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WoW Forever: Überraschenden Beta-Funde der Community

Seit dem Start der Beta von World of Warcraft: Forever erkundet die Community das neu aufgebaute Azeroth bis in die kleinsten Winkel. Dabei tauchen immer mehr Änderungen und Geheimnisse auf, die Blizzard bislang gar nicht oder nur am Rande erwähnt hat. Darunter befinden sich versteckte Quests, überraschend starke Handwerksgegenstände und sogar ein ungewöhnliches Set, das einen Gegenstand aus den Todesminen mit einem epischen Gegenstand für Stufe 60 verbindet.

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Blizzard will ausdrücklich wieder echte Entdeckungen ermöglichen

Viele dieser Funde sind offenbar kein Zufall. Blizzard versucht bei World of Warcraft: Forever bewusst, einen Teil des Entdeckungsgefühls des ursprünglichen World of Warcraft zurückzubringen.

Senior Game Designer Josh Greenfield erklärte in einem Interview, dass Gegenstandsdaten absichtlich verschleiert werden. Die Werte eines Gegenstands sollen erst bekannt werden, nachdem dieser tatsächlich für einen Spieler auf dem jeweiligen Server gedroppt ist. Auch ein Dungeonjournal, das bereits vorab Bosse und deren Beute verrät, soll es nicht geben.

Greenfield sprach außerdem ausdrücklich davon, dass zahlreiche Geheimnisse in der Welt verteilt wurden, die Spieler erst finden müssen. Entsprechend lohnt es sich aktuell besonders, auf die kleinen Entdeckungen der Beta-Spieler zu achten.

Ein Todesminen-Ring gehört zu einem Set mit einem Stufe-60-Gegenstand

Einer der bislang interessantesten Funde stammt aus den Todesminen (The Deadmines). Bei Mr. Smite kann in Forever ein neuer seltener Ring namens First Mate Band droppen.

Der Ring benötigt lediglich Stufe 17 und besitzt aktuell +6 Stärke sowie +2 Ausdauer. Besonders interessant wird er allerdings durch sein Set Partners in Crime.

Das Set besteht aus genau zwei Gegenständen:

  • First Mate Band - seltener Ring, benötigt Stufe 17, Drop von Mr. Smite in den Todesminen
  • Band of the Better Half - epischer Ring, benötigt Stufe 60 und besitzt aktuell +18 Stärke, +10 Ausdauer und +12 Expertise

Wer beide Gegenstände trägt, erhält +20 Stärke. Zusätzlich besteht bei Nahkampfangriffen eine Chance, für 10 Sekunden weitere 50 Stärke zu erhalten.

Wo der epische Ring auf Stufe 60 erhältlich sein wird, ist derzeit noch unbekannt. Genau das macht den Fund so interessant: Ein Gegenstand aus einem Dungeon für niedrige Stufen könnte damit selbst im Endgame wieder relevant werden.

Sollte Blizzard dieses Konzept auch bei anderen Gegenständen verwenden, könnten Spieler später gezielt in alte Dungeons und Gebiete zurückkehren müssen, um Teile ungewöhnlicher Sets zu sammeln. Low-Level-Inhalte würden dadurch nicht zwangsläufig bedeutungslos, sobald ein Charakter sie beim Leveln hinter sich gelassen hat.

Handwerksberufe können bereits mit Stufe 10 blaue Ausrüstung herstellen

Auch die Überarbeitung der Berufe fällt in der Beta größer aus, als es auf den ersten Blick wirkt. Spieler berichten unter anderem davon, bereits ungefähr mit Stufe 10 seltene blaue Ausrüstung herstellen zu können.

Beim Schmiedekunst-Beruf existieren beispielsweise mehrere blaue Stiefel für Stufe 10. Die derzeitigen Gemmed Copper Boots besitzen 109 Rüstung, +4 Stärke und +4 Ausdauer und können bereits sehr früh hergestellt werden.

Ähnliche Gegenstände wurden bei Lederverarbeitung und Schneiderei entdeckt. Einige Spieler berichten sogar davon, einen großen Teil ihrer Ausrüstung während des Levelns selbst hergestellt zu haben.

Das unterscheidet Forever deutlich vom ursprünglichen Classic, wo viele hergestellte Gegenstände bereits veraltet waren, bevor der Beruf die benötigte Fertigkeitsstufe erreicht hatte. In Forever scheint Blizzard Handwerksberufe bewusst stärker in den eigentlichen Levelprozess einzubinden.

Innerhalb der Community wird derzeit allerdings diskutiert, ob blaue Gegenstände auf diesen niedrigen Stufen möglicherweise etwas zu häufig oder zu stark sind. Da es sich weiterhin um eine Beta handelt, können sich Werte und Rezepte noch ändern.

Erste Hilfe kann plötzlich Heiltränke herstellen

Eine weitere überraschende Änderung betrifft Erste Hilfe (First Aid). In der Forever-Beta können darüber Heiltränke hergestellt werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Alchemie vollständig seine Tränke verliert. Die Änderung betrifft die Heiltränke, während andere Tränke und Elixiere weiterhin zum Alchemieberuf gehören. Für die Herstellung werden zudem weiterhin entsprechende Materialien wie Kräuter benötigt.

Da Erste Hilfe als Nebenberuf grundsätzlich jedem Charakter zur Verfügung steht, werden Heiltränke damit wesentlich zugänglicher. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zu anderen Berufen bestehen, da die benötigten Rohstoffe weiterhin irgendwoher kommen müssen.

Sammelberufe können kostenlos über Quests gelernt werden

Auch in den Startgebieten gibt es kleine Änderungen, die leicht übersehen werden können. Beta-Spieler berichten von Quests, über die Kürschnerei, Bergbau oder Kräuterkunde direkt erlernt werden können, ohne dafür beim Lehrer bezahlen zu müssen.

Passend dazu verkaufen Berufslehrer sehr günstige kleine Berufstaschen. Forever besitzt zudem einen eigenen Taschenplatz für entsprechende Berufstaschen, sodass gesammelte Materialien nicht zwangsläufig den ohnehin knappen Platz des normalen Rucksacks belegen müssen.

Gerade auf einem frischen Server ist das keine unwichtige Änderung. In Classic mussten Spieler zu Beginn häufig zwischen Zaubertraining, Berufen und zusätzlichen Taschen abwägen.

Neue Quests verstecken sich sogar zwischen bekannten Classic-Gegnern

Nicht jede neue Quest beginnt mit einem auffälligen Questgeber. Ein Spieler entdeckte beispielsweise bereits während der BlizzCon-Demo eine neue Quest direkt im menschlichen Startgebiet.

Bei den bekannten Kobolden in Nordhain kann ein neuer Gegenstand namens Nibbled-On Book droppen. Der Gegenstand startet eine Questreihe rund um Bücher, welche die Kobolde offenbar gestohlen und teilweise aufgefressen haben.

Gerade dieser Fund zeigt, wie Blizzard neue Inhalte in die vorhandene Welt integriert. Wer Nordhain seit Jahren kennt und lediglich den bekannten Questmarkierungen folgt, könnte solche neuen Geschichten leicht übersehen.

Eine Paladin-Quest wurde praktisch ohne Hinweis gefunden

Ein ähnliches Beispiel wurde bei den neuen untoten Paladinen entdeckt. Ein Spieler fand eine umfangreiche Klassenquest auf Stufe 20, die ihn zurück nach Bandarion Keep führte.

Nach Angaben des Spielers gab es keinen offensichtlichen Hinweis, der ihn dorthin zurückgeschickt hätte. Die Quest führt über eine längere Kette zu einem größeren Abschlusskampf und einer entsprechenden Belohnung.

Blizzard hatte bereits erklärt, dass einige Ideen aus Season of Discovery übernommen wurden und zusätzliche beziehungsweise erweiterte Klassenquests geplant sind. Welche davon existieren, soll aber offenbar teilweise erst beim Spielen entdeckt werden.

Die Waylaid Crates aus Season of Discovery sind ebenfalls zurück

Spieler haben außerdem bereits die aus Season of Discovery bekannten Versorgungskisten in Forever gefunden. Die sogenannten Waylaid Crates können als Beute auftauchen und verlangen anschließend bestimmte Handwerksmaterialien.

Damit scheint auch das grundlegende Konzept hinter den früheren Waylaid Supplies zurückzukehren: Gegenstände und Materialien, die während des Levelns normalerweise kaum wirtschaftliche Bedeutung hätten, erhalten durch die Lieferaufträge eine zusätzliche Verwendung.

Das System funktioniert in der aktuellen Beta allerdings noch nicht fehlerfrei. Spieler berichten beispielsweise von Kisten, die größere Mengen eines Gegenstands verlangen, als in einen einzelnen Stapel passen, wodurch das Befüllen teilweise scheitert.

Dass entsprechende Kisten bereits droppen und die zugehörigen Fraktionen beziehungsweise Liefermechaniken vorhanden sind, deutet jedoch darauf hin, dass Blizzard das Grundprinzip für Forever erneut verwenden möchte.

Auch bekannte Fähigkeiten verhalten sich teilweise anders

Neben den großen Talentänderungen entdecken Spieler zahlreiche kleinere Anpassungen erst während des Spielens.

Bei Kriegern skaliert beispielsweise Verwunden (Rend) inzwischen mit Angriffskraft und kann in Forever kritisch treffen. Dadurch könnte die Fähigkeit auch in späteren Levelbereichen deutlich relevanter bleiben als im ursprünglichen Classic.

Jäger haben ebenfalls einige weniger offensichtliche Änderungen. Spieler berichten, dass Bären als Begleiter nun Prankenhieb (Swipe) einsetzen können. Fallen lassen sich außerdem im Kampf benutzen, wobei Feuer- und Frostfallen unabhängig voneinander eingesetzt werden können.

Es lohnt sich deshalb, nicht nur die neuen Talentbäume zu betrachten. Teilweise wurden auch bestehende Fähigkeiten und grundlegende Klassenmechaniken angepasst.

Zaubermacht taucht bereits auf sehr niedrigen Stufen auf

Eine weitere auffällige Änderung betrifft die Gegenstandsverteilung für Zauberklassen. Spieler finden bereits ab sehr niedrigen Stufen Ausrüstung mit direkter Zaubermacht (Spell Power).

Aus frühen Dungeons wurden beispielsweise Waffen mit ungewöhnlich hohen Zaubermacht- oder Heilwerten gemeldet. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Charaktere dadurch wesentlich stärker als in Classic werden: Gleichzeitig wurden teilweise die Grundwerte von Zaubern angepasst, sodass Ausrüstung einen größeren Anteil an der tatsächlichen Charakterstärke ausmacht.

Die grundlegende Idee scheint zu sein, dass auch Zauberklassen einen neuen Gegenstand unmittelbar als Schadenssteigerung wahrnehmen sollen - ähnlich wie ein Nahkämpfer eine stärkere Waffe.

Datamining deutet auf weitere, bislang unangekündigte Inhalte hin

Neben den tatsächlich im Spiel gefundenen Änderungen enthält auch der Beta-Client einige interessante Hinweise. Diese Funde sollten allerdings deutlich vorsichtiger behandelt werden, da Inhalte aus Spieldateien jederzeit geändert oder vollständig verworfen werden können.

Im Client wurden unter anderem zwei Dungeon-Karten gefunden, die nicht zu den neun bislang von Blizzard angekündigten neuen Dungeons gehören: Half-Pint Tavern und Manor Mistmantle.

Half-Pint Tavern besitzt im aktuellen Client sogar zwei hinterlegte Begegnungen namens Deathulus und Crushfist Bloodbreaker. Manor Mistmantle wiederum dürfte vielen Classic-Spielern bekannt vorkommen: Das Anwesen bei Dunkelhain wurde in Forever sichtbar erweitert, und Spieler haben dort bereits neue Gegner entdeckt.

Ob beide Orte tatsächlich als vollständige Dungeons veröffentlicht werden, ist derzeit nicht bestätigt.

Noch mehr Funde im Beta-Client

Weitere Datamining-Funde zeigen, wie viele bislang kaum kommunizierte Details bereits vorbereitet werden. Im aktuellen Client wurden unter anderem eine neue Fuchs-Begleiterfamilie für Jäger, zahlreiche zusätzliche Reittiere, neue Titel und mehrere kosmetische Sets gefunden.

Auch hier gilt: Ein Eintrag in den Spieldateien ist keine Garantie dafür, dass der entsprechende Inhalt in dieser Form zum Release verfügbar sein wird.

Die Beta dürfte erst an der Oberfläche kratzen

Viele der bisher entdeckten Dinge sind für sich genommen klein. Zusammengenommen zeigen sie jedoch ziemlich deutlich, welche Richtung Blizzard mit Forever verfolgt. Neue Inhalte werden nicht ausschließlich in komplett neuen Gebieten platziert. Stattdessen tauchen neue Quests zwischen bekannten Gegnern auf, alte Dungeons erhalten neue Gegenstände und Berufe sollen während der gesamten Reise relevant bleiben.

Besonders das Set aus einem Stufe-17- und einem Stufe-60-Ring könnte ein Vorgeschmack darauf sein, wie Blizzard ältere Inhalte langfristig interessant halten möchte. Wenn ähnliche Verbindungen an anderen Stellen existieren, könnte ein Gegenstand, der beim Leveln zunächst unscheinbar wirkt, viele Stunden später plötzlich wieder wichtig werden.

Und genau bei solchen Dingen dürfte die Community in den kommenden Wochen noch einige Überraschungen finden. Blizzard selbst spricht von zahlreichen Geheimnissen, die überall in Azeroth verteilt wurden.