WoW Patch 12.1: Features und Verbesserungen

WoW Patch 12.1 bringt Discord-Chat, eine neue Freundesliste, Addon-APIs, UI-Updates, Housing-Blueprints und weitere Komfortfunktionen.

Patch 12.1

WoW Patch 12.1: Neue Freundesliste, Discord-Chat und große UI-Updates

WoW Patch 12.1: Fluch von Ula'tek bringt nicht nur eine neue Zone, einen Raid und den Start von Midnight Season 2. Auf dem PTR tauchen zunehmend Funktionen auf, die das tägliche Spielen, die Kommunikation innerhalb von Gilden und die Anpassung des Interfaces verändern sollen.

Dazu gehören eine überarbeitete Freundesliste, eine direkte Verbindung zwischen Battle.net und Discord, neue Möglichkeiten für Addons zur Darstellung von Buffs und Debuffs sowie zahlreiche Verbesserungen am Cooldown Manager, den Gruppenfenstern und dem Housing-System.

Viele dieser Änderungen wirken auf den ersten Blick kleiner als ein neuer Raid oder eine umfangreiche Klassenüberarbeitung. Zusammengenommen könnte Patch 12.1 aber einer der wichtigsten Interface- und Komfort-Patches von Midnight werden.

Neue Freundesliste und überarbeitetes Social-Menü

Eine bisher nicht offiziell angekündigte Änderung auf dem PTR betrifft die Freundesliste und das gesamte Social-Menü von World of Warcraft.

Das neue Fenster ist schmaler und höher als die bisherige Version. Die einzelnen Kontakte bekommen mehr Platz, wodurch allerdings weniger Namen gleichzeitig sichtbar sind. Die bekannten Bereiche für Freunde, kürzlich getroffene Mitspieler, Quick Join, Freundschaftsanfragen und Raid bleiben erhalten, werden nun aber über Symbole statt über beschriftete Reiter aufgerufen.

Neu sind vor allem eine Suchfunktion und zusätzliche Filter. Spieler können ihre Kontakte unter anderem nach Online-Status, Rolle oder hinterlegten Interessen filtern. Gerade bei großen Freundeslisten oder vielen Battle.net-Kontakten kann das die Suche nach passenden Mitspielern deutlich erleichtern.

Gleichzeitig gibt es auf dem aktuellen PTR noch einige offene Punkte. Ein eigener Reiter für die klassische /who-Suche fehlt momentan. Der Befehl funktioniert weiterhin über den Chat oder eine separate Tastenbelegung. Auch der bisherige Recruit-a-Friend-Bereich ist im neuen Fenster aktuell nicht zu sehen.

Da es sich um eine nicht dokumentierte PTR-Änderung handelt, kann Blizzard das Design und die enthaltenen Funktionen vor der Veröffentlichung noch anpassen.

Battle.net und Discord werden direkt miteinander verbunden

Eine der größten Social-Funktionen von Patch 12.1 ist die geplante Discord-Integration. Spieler können ihren Battle.net-Account mit Discord verbinden und anschließend Nachrichten zwischen einem WoW-Gildenchat und einem ausgewählten Discord-Kanal austauschen.

Die Einrichtung beginnt in den WoW-Optionen. Dort erscheint im Social-Bereich eine neue Einstellung zur Aktivierung der Discord-Funktionen. Nach der Verbindung können Spieler auswählen, unter welchem Namen ihre Nachrichten angezeigt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem der zuletzt gespielte Charakter oder der globale Discord-Name.

Gildenleiter und Offiziere mit den notwendigen Rechten können anschließend einen Discord-Server und einen bestimmten Textkanal mit der Gilde verbinden. Dafür benötigt die Discord-Integration Zugriff auf den Kanal sowie die Berechtigung, Nachrichten zu lesen und zu versenden.

Nachrichten aus Discord können entweder direkt im normalen Gildenchat oder in einem eigenen /discord-Kanal innerhalb von World of Warcraft erscheinen. Umgekehrt können Spieler aus WoW heraus Nachrichten an den verbundenen Discord-Kanal senden.

Damit müssen Gildenmitglieder nicht mehr gleichzeitig im Spiel angemeldet sein, um an Gesprächen teilzunehmen. Raidabsprachen, Gruppensuchen oder einfache Unterhaltungen können zwischen Discord und WoW weitergeführt werden.

Wichtig ist allerdings: Die bisher vorgestellte Funktion bezieht sich auf Textnachrichten. Eine direkte Verbindung zu Discord-Sprachkanälen wurde nicht angekündigt. Die vollständige Anleitung findet sich in der offiziellen Ankündigung zur Verbindung von Battle.net und Discord.

Addons dürfen Buffs und Debuffs wieder flexibler darstellen

Seit dem Midnight Pre-Patch schränkt Blizzard den Zugriff von Addons auf bestimmte Kampfinformationen deutlich stärker ein. Besonders betroffen sind Auren, also Buffs und Debuffs auf dem eigenen Charakter, Gegnern sowie Gruppen- und Raidmitgliedern.

Mit Patch 12.1 führt Blizzard neue Schnittstellen für Addon-Entwickler ein. Diese APIs sollen es Addons wieder ermöglichen, gefilterte Gruppen von Auren individuell darzustellen. Buffs und Debuffs können dadurch beispielsweise auf eigenen Gruppenfenstern, Namensplaketten oder separaten Anzeigen dargestellt werden.

Die zugrunde liegenden Kampfdaten bleiben allerdings weiterhin geschützt. Blizzard möchte verhindern, dass Addons detaillierte Aura-Informationen auslesen und daraus automatisierte Kampfentscheidungen ableiten.

Die Änderung ist deshalb keine vollständige Rückkehr zu den Möglichkeiten vor Midnight. Sie soll vielmehr einen Mittelweg schaffen: Addons dürfen wichtige Informationen optisch anpassen, erhalten aber nicht automatisch Zugriff auf alle internen Werte.

Addon-Entwickler müssen bestehende Erweiterungen an die neuen APIs anpassen. Spieler sollten deshalb damit rechnen, dass Addons für Raidframes, Namensplaketten oder Aura-Anzeigen rund um den Patch aktualisiert werden müssen. Blizzard erläutert die technischen Hintergründe im Bluepost zu Addons und Auren in Fluch von Ula'tek.

Cooldown Manager wird deutlich umfangreicher

Auch das Standardinterface bekommt weitere Funktionen, die bisher häufig nur über Addons verfügbar waren.

Der Cooldown Manager kann in Patch 12.1 zusätzlich Schmuckstücke, Heiltränke, Kampftränke und Volksfähigkeiten überwachen. Blizzard erweitert damit das System über reine Klassenfähigkeiten hinaus.

Besonders Heiler bekommen neue Konfigurationsmöglichkeiten. Über einen Gruppen-Buff-Filter können bestimmte Heilungseffekte ausgewählt und priorisiert auf Gruppen- oder Raidfenstern dargestellt werden. Die Größe und der Rahmen von Buff- und Debuff-Symbolen lassen sich ebenfalls unabhängiger voneinander einstellen.

Auch die akustischen Hinweise werden erweitert. Für den Cooldown Manager kommen kürzere Sounds hinzu, die gleichzeitig für die Combat-Audio-Assist-Funktionen genutzt werden können.

Damit wird das Standardinterface erneut näher an Funktionen herangeführt, für die viele Spieler bisher WeakAuras oder spezialisierte Raidframe-Addons verwendet haben.

Fähigkeiten, Gegenstände und Lebenspunkte anpingen

Das Ping-System wird ebenfalls ausgebaut. Spieler können künftig nicht nur Positionen und Gegner markieren, sondern auch Fähigkeiten direkt auf der Aktionsleiste oder im Cooldown Manager anpingen.

So lässt sich beispielsweise innerhalb der Gruppe mitteilen, ob ein wichtiger defensiver Cooldown bereit oder gerade nicht verfügbar ist. Auch Schmuckstücke, Tränke, Gesundheitssteine und bestimmte andere Gegenstände können über das System geteilt werden.

Zusätzlich können Spieler ihre eigenen Ressourcen wie die aktuelle Gesundheit anpingen. Die entsprechende Information erscheint anschließend als Chatblase für die Gruppe.

Für Makros kommen neue Befehle wie /pingspell und /pingitem hinzu. Außerdem kann mit @cursor festgelegt werden, dass ein Ping gezielt an der Position des Mauszeigers platziert wird.

Gerade in zufälligen Mythic+-Gruppen könnte das die Kommunikation vereinfachen, ohne dass alle Spieler im Sprachchat sein müssen.

Mehr Einstellungen für Raidframes und Namensplaketten

Neben dem Cooldown Manager verändert Blizzard weitere Bereiche des Standardinterfaces.

Raidwarnungen können künftig im Bearbeitungsmodus verschoben werden. Gruppen- und Raidfenster erhalten außerdem die bereits von anderen Einheitenfenstern bekannte Größeneinstellung und können deutlich stärker skaliert werden.

Für freundliche Namensplaketten kommen neue Optionen hinzu. Spieler können nur den Charakternamen anzeigen lassen, Klassennamenfarben aktivieren und den Servernamen ausblenden.

Damit lassen sich Gruppenmitglieder in größeren Kämpfen übersichtlicher darstellen, ohne direkt auf ein zusätzliches Namensplaketten-Addon zurückgreifen zu müssen.

Kartenkoordinaten werden Teil des Standardinterfaces

Mit Patch 12.1 können die Position des Spielers und die Position des Mauszeigers direkt auf der Weltkarte als Koordinaten angezeigt werden.

Eine weitere praktische Funktion betrifft Kartenmarkierungen. Wird ein Pin mit gedrückter Umschalttaste angeklickt, kopiert das Spiel einen passenden /mappin-Befehl in die Zwischenablage. Dieser kann außerhalb des Spiels geteilt und anschließend von anderen Spielern in den Chat eingefügt werden.

Koordinaten-Addons werden dadurch nicht vollständig überflüssig, für einfache Wegbeschreibungen und Treffpunkte reicht künftig aber möglicherweise bereits das Standardinterface aus.

Weitere Komfortverbesserungen in Patch 12.1

Neben den größeren Interface-Änderungen enthält Fluch von Ula'tek zahlreiche kleinere Verbesserungen:

  • Die automatische Beuteaufnahme wird accountweit gespeichert.
  • Filter im Auktionshaus bleiben nach dem Schließen des Fensters erhalten.
  • Währungen können im Währungsfenster in einklappbaren Gruppen organisiert werden.
  • Das Erfolgsfenster erhält eine Zurück-Schaltfläche.
  • Die Anzeige für Kontrollverlust kann im Bearbeitungsmodus verschoben werden.
  • Berufe erhalten einmalig die Möglichkeit, verteilte Wissenspunkte vollständig zurückzusetzen.
  • Die Herstellungskosten vieler Housing-Dekorationen werden reduziert.
  • Zukünftige Dienste rund um die Voidforge werden zentraler in Silbermond angeboten.
  • Fernkampfwaffen wie Bögen, Armbrüste und Schusswaffen können verschiedene Waffenillusionen verwenden.

Zusätzlich möchte Blizzard mehrere länger bestehende Probleme beheben. Dazu gehören Situationen, in denen Spieler in der offenen Welt ungewöhnlich lange im Kampf bleiben, fehlerhaft dargestellte Transmogrifikationen in der Charakterauswahl und vereinzelte Probleme beim Flug zwischen dem Immersangwald und Zul'Aman.

Housing bekommt Blueprints, Haustiere und mehr Freiheiten

Auch das Housing-System wird mit Patch 12.1 deutlich erweitert.

Über sogenannte Blueprints können Spieler ihre Häuser oder einzelne Bereiche speichern. Dabei kann wahlweise das gesamte Haus, nur der Innenbereich, die äußere Gestaltung oder ein einzelner Raum exportiert werden.

Die Blueprint-Codes lassen sich mit anderen Spielern teilen und sogar direkt im Chat verlinken. Beim Import zeigt das Spiel an, welche Räume und Dekorationen benötigt werden und welche Gegenstände noch fehlen. Ein automatischer Speicherpunkt sorgt außerdem dafür, dass Spieler nach einem fehlgeschlagenen Umbau zu ihrem vorherigen Zustand zurückkehren können.

Über neue Haustierbetten können Begleiter im Haus platziert werden. Einige Haustiere können sich anschließend frei durch die Räume bewegen, während andere an ihrem festgelegten Platz bleiben.

Häuser können außerdem auf eine höhere Stufe gebracht werden, wodurch zusätzliche Platzlimits und größere Außenbereiche freigeschaltet werden. Der Eingangsraum lässt sich künftig an eine andere Position oder sogar auf eine andere Etage verschieben.

Dazu kommen vier neue Nachbarschafts-Events rund um Amani-Trolle, Kobolde, Zentauren und Tortollaner.

Neue Zone, Lairs, Delves, Dungeon und Raid

Neben den Systemänderungen bringt Patch 12.1 natürlich auch neue spielbare Inhalte.

Auf der Coiled Isle wird die Geschichte rund um Zul'jan und Ula'tek fortgesetzt. In den Vaults of Atal'Utek warten öffentliche Ereignisse, ein eigener Fortschrittsbaum und größere Gruppenbegegnungen. Curse Surges lassen seltene Gegner an wechselnden Orten erscheinen, während Cursed Fishing zusätzliche Aktivitäten und Belohnungen freischaltet.

Neu sind außerdem die Lairs. Dabei handelt es sich um instanzierte Weltboss-Begegnungen mit auswählbaren Schwierigkeitsgraden. Die mythische Variante ist für flexible Gruppen mit 15 bis 25 Spielern ausgelegt.

Drei neue Delves kommen ebenfalls hinzu:

  • The Ring of Glory
  • Gnarldor Isle
  • Venomfall Deeps als neue Nemesis Delve

Der neue Drei-Boss-Dungeon Altar of Fangs ist zunächst bis Heroisch verfügbar und wird mit dem Start von Midnight Season 2 Teil der Mythic+-Rotation.

Eine Woche nach dem eigentlichen Inhaltsupdate beginnt Season 2. Dann öffnet auch der neue Raid The Venomous Abyss mit acht Bossen und Ula'tek als Endgegner.

Die neue Dungeonrotation, die Änderungen an der Großen Schatzkammer und die Aufwertung von Raid-Loot wurden bereits in einem früheren Artikel zu Midnight Season 2 und dem neuen Vaultsystem ausführlich zusammengefasst.

Welche Klasse sollte man in Season 2 spielen?

Beste Klassen und Specs in WoW Patch 12.1 Fluch von Ula'tek

Auch bei den Klassen und Spezialisierungen verändert sich auf dem PTR weiterhin viel. Blizzard passt Grundrotationen, defensive Fähigkeiten, Talente und die neuen Season-2-T-Sets regelmäßig an.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen und ersten möglichen Gewinner bietet der Artikel zu den Klassenänderungen, neuen T-Sets und möglichen Meta-Specs in Patch 12.1.

Wer aktuell überlegt, mit welcher Klasse oder Spezialisierung der Start in Season 2 erfolgen soll, sollte zusätzlich einen Blick auf reale PTR-Daten werfen.

Das automatisch aktualisierte PTR-DPS-Ranking von WoW-Codex wertet öffentliche Mythic+-Runs aus. Die Ergebnisse können nach Median-DPS, den stärksten fünf Prozent und dem höchsten erfassten Einzelwert sortiert werden.

Der Median eignet sich am besten, um die durchschnittliche Leistung einer Spezialisierung einzuschätzen. Die Top-5-Prozent-Werte zeigen, was sehr gute Spieler unter guten Bedingungen erreichen, während Max-DPS stark von einzelnen Dungeons, Pullgrößen und besonders erfolgreichen Runs beeinflusst werden kann.

PTR-Logs bleiben allerdings immer nur eine Momentaufnahme. Tuning, T-Sets, Dungeonbalance und die Anzahl der ausgewerteten Runs können sich bis zum Start der Season noch deutlich verändern.

Einordnung: Patch 12.1 verändert mehr als nur das Endgame

Fluch von Ula'tek ist nicht nur der Übergang zu Midnight Season 2. Blizzard nutzt den Patch gleichzeitig, um mehrere grundlegende Bereiche von World of Warcraft weiterzuentwickeln.

Die neue Freundesliste soll größere Kontaktlisten übersichtlicher machen. Die Discord-Integration verbindet Gildenchat und externe Community direkt miteinander. Der Cooldown Manager übernimmt zusätzliche Aufgaben, während neue Addon-APIs wieder mehr visuelle Anpassungen bei Buffs und Debuffs ermöglichen.

Dazu kommen Kartenkoordinaten, accountweite Einstellungen, bessere Raidframes, neue Ping-Funktionen und umfangreiche Housing-Verbesserungen.

Nicht jede dieser Änderungen wird für sich allein das Spielgefühl grundlegend verändern. In ihrer Gesamtheit sorgen sie aber dafür, dass Patch 12.1 deutlich größer ausfällt als ein gewöhnliches Season-Update.

Quellen und weiterführende Informationen